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Mittwoch, den 28. April 2010 um 21:33 Uhr
Von Niedriglohnbereich und prekärer Beschäftigung sind im Land des Exportweltmeisters Bundesrepublik Deutschland mittlerweile über 20% der Beschäftigten betroffen. Nur noch 36 % der Berufsanfänger erhalten einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Dabei spielt die Leiharbeit eine unrühmliche und sich ausbreitende Rolle, auch in Nürnberger Metallbetrieben.
Beispielsweise sind bei Conti-Temic oder Semikron ca. 20 % der Beschäftigten in Leiharbeit und verdrängen immer mehr „Stammarbeitsplätze". Für die betroffenen Arbeitnehmer bedeutet dies Unsicherheit und schlechte Löhne, bis zu 35% unter den Bedingungen von Stammbeschäftigten.
„Diese Zunahme von Leiharbeit ist ein gesellschaftspolitischer Skandal und muss beendet werden", fordert Jürgen Wechsler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg.
Die IG Metall fordert deshalb, die Leiharbeit zu begrenzen sowie, dass „Gleiches Geld für Gleiche Arbeit" auch für Leiharbeitnehmer gelten muss.
Drei ehemalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung unterstützen die Initiative „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" als Schirmherren: Dr. Herbert Ehrenberg, Dr. Norbert Blüm und Walter Riester.
Der Startschuss für diese Initiative der IG Metall Nürnberg war am 28.04.2010. 200 Kolleginnen und Kollegen aus den Metallbetrieben haben in einer Betriebsräte-Vertrauensleutekonferenz bekundet, die Initiative „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" zu unterstützen und alles dafür zu tun, um diesen Skandal der Leiharbeit zu stoppen.
Wir fordern die Politik auf, endlich die EU-Richtlinie von 2008 auch in Deutschland umzusetzen, mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld".
Während die EU-Richtlinie den Gleichbehandlungsgrundsatz und eine Begrenzung von Leiharbeit einfordert, legalisieren die deutschen Gesetze den Missbrauch von Leiharbeit: Sie erlauben es Unternehmen, mit dem Einsatz von Leiharbeit Personalkosten zu sparen. Und Beschäftigte je nach Auftragslage „zu heuern und zu feuern". Dumpinglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen - das ist Leiharbeit in Deutschland. Die Deregulierungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) öffnen dem Missbrauch Tür und Tor.
„Wir fordern die Arbeitgeber der Nürnberger Metallindustrie auf, wieder Festbeschäftigte statt Leiharbeitnehmer einzustellen sowie die Ungleichbehandlung bei der Bezahlung und den Arbeitsbedingungen zu beenden. Viele namhafte Nürnberger Betriebe kommen ohne Leiharbeit aus. Leiharbeit wird zunehmend als Kostensenkungsprogramm eingesetzt und nicht wegen der Flexibilität" stellt Jürgen Wechsler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg, fest.
Die IG Metall Nürnberg wird alle Verantwortlichen in Politik, in Verbänden und Organisationen anschreiben und auffordern, die Initiative „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" zu unterstützen.
Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly hat im Beisein der 200 Betriebsräte und Vertrauensleute die Initiative „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" unterschrieben.![]()
„Zusammen mit den Betriebsräten werden wir diese Initiative auch in die Nürnberger Metallbetriebe tragen um Leiharbeit zu begrenzen und gleiche Bezahlung durchzusetzen. Wir werden keine Ruhe geben, bis es wieder geordnete Arbeitsverhältnisse in den Betrieben gibt", sagt Jürgen Wechsler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg.
Rückfragen bitte an:
Jürgen Wechsler
1. Bevollmächtigter
Tel. 0911 233330
Mobil 0170 3333322
Weitere Informationen zur Initiative „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" unter http://www.gleichearbeit-gleichesgeld.de/
Pressemitteilung zur Initiative Gleiche Arbeit - Gleiches Geld


