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Mittwoch, den 14. April 2010 um 10:23 Uhr
Die Geschäftsführung der Firma Wiegel Nürnberg Feuerverzinken in der Hans-Bunte-Straße will 25 % Personalkosten einsparen. Geschehen sollte dies durch Verlängerung der Arbeitszeit von derzeit 35 auf 42 Stunden pro Woche, durch Streichung der Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld und Streichung von 5 Tagen Urlaub. Die Einsparung will die Geschäftsführung nicht als Sanierungsbeitrag mit Beschäftigungsgarantie erzielen, sondern zur „Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit".
Sollte es zu keiner Einigung kommen werde der Standort in Nürnberg geschlossen, heißt es von der Geschäftsleitung.
Die IG Metall hat in der Verhandlung am 13.04.2010 ein Einsparpaket von 19% angeboten, unter der Bedingung, dass der Standort Nürnberg für fünf Jahre gesichert ist. Dazu gehören die notwendigen Investitionen wie Renovierung der Vorbehandlung und andere Maßnahmen in Höhe von ca. 1 Mio. Euro.
„Mehr ist den Arbeitnehmern nicht zumutbar", stellt Harry Schreyer, zuständiger Sekretär der IG Metall Nürnberg fest. Jedoch beharrte der Arbeitgeber darauf, dass ebenfalls auf das zusätzliche Urlaubsgeld verzichtet werden müsse und darauf, dass die längere Arbeitszeit und die Verzichte für immer gewährleistet sein müssen.
Wiegel verlässt regionalen Konsens der Beschäftigungssicherung in der Krise
Sollte Wiegel seine Drohung wahrmachen und einen Schließungsbeschluss der Gesellschafter für das Werk Nürnberg herbeiführen, würde es den regionalen Beschäftigungspakt „Netzwerk für Beschäftigung" als erstes Unternehmen in der Region gezielt verlassen.
„Die IG Metall sowie die Beschäftigten bei Wiegel werden sich nicht erpressen lassen, sondern weiter für den Erhalt des Standortes kämpfen. Wir fordern auch Oberbürgermeister Dr. Maly und Wirtschaftsreferent Dr. Fleck auf, wie im Netz zur Sicherung von Beschäftigung vereinbart, auf die Unternehmensleitung einzuwirken,
die Erpressungsversuche zu unterlassen", sagt Jürgen Wechsler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg.
Möglichkeit der Kurzarbeit seit Mai 2009 verweigert – verantwortungslos
Bereits seit Mai 2009 haben die Arbeitnehmervertreter Kurzarbeit – oder gar Kurzarbeit Null – zur Sicherung der Beschäftigung gefordert. Berechnungen der IG Metall ergaben, dass bei Kurzarbeit mit 50 % Arbeitsausfall eine Einsparung von 1,3 Mio. Euro im Jahr 2010 bringen könnte. Laut Geschäftsführung liegt die Auslastung derzeit jedoch bei ca. 35 % im Vergleich zum Vorjahr. Bei entsprechender Kurzarbeit wären noch höhere Einsparungen möglich.
„Man kann jetzt nicht mit horrenden Verlusten argumentieren, die man selbst mutwillig herbeigeführt hat", erklärt der Verhandlungsführer der IG Metall. Wer es dennoch tue, habe von Anfang an die Schließung des Werkes im Auge gehabt.Anders kann man nicht erklären, dass nach einem drei Viertel Jahr Gesprächen niemand aus der Geschäftsführung es für notwendig erachtet hatte, bei der Arbeitsagentur Nürnberg Gespräche über die Möglichkeiten von Kurzarbeit unter den erleichterten Bedingungen zu führen. „Wer die Sonderangebote des Staates nicht nutzt handelt in diesen Zeiten verantwortungslos", stellt Schreyer dazu fest.
Letzter Standort mit Tarifvertrag
Nürnberg ist in der Wiegelgruppe mit mehr als 30 Unternehmen in Deutschland der letzte Standort an dem noch ein Tarifvertrag gilt und die Geschäftsführung regelmäßig mit der Gewerkschaft um Lohnerhöhungen verhandeln muss. Andere vergleichbare Standorte wie Stuttgart oder Rheinbrohl sind schon länger vom Tarifvertrag abgekoppelt. Außerdem werden dort wesentlich mehr Leiharbeiter eingesetzt als in Nürnberg. „Ein weiterer Beweis dafür, dass Leiharbeit gezielt eingesetzt wird, um tarifliche Leistungen zu unterlaufen und die Stammbelegschaft unter Druck zu setzen", stellt Harry Schreyer fest.
Auf mehreren Versammlungen und Sitzungen der Tarifkommission der IG Metall war beschlossen worden, dass das angebotene Einsparpaket von 19 % nicht überschritten werden darf. Über dieses Ziel ist die Verhandlungskommission bereits hinaus gegangen. Deshalb muss die Belegschaft am Montag, 19.04.2010, über den Verhandlungsstand entscheiden.
Rückfragen bitte an:
Jürgen Wechsler
1. Bevollmächtigter
Tel. 0911 233330
Mobil 0170 3333322
Harry Schreyer
Pol. Sekretär
Tel. 0911 23 33 26
Mobil 01703333866
Pressemitteilung: Drohende Schließung der Fa. Wiegel Feuerverzinken


