- Fehler
Montag, den 31. Mai 2010 um 13:28 Uhr
Großer Empfang zum 80sten Geburtstag von Horst Klaus, dem ehemaligen Ersten Bevollmächtigten der IG Metall in Nürnberg und ehemaligem geschäftsführenden Vorstandsmitglied. Gut 150 Gäste aus der gesamten Republik waren am Freitag, den 14. Mai zu einer Feier für Horst Klaus in das alte Eisenwerk ange-reist. Stellvertretend sei Berthold Huber, Vorsitzender der IG Me-tall genannt, sowie Werner Neu-gebauer, Bezirksleiter Bayern und Ulli Maly, Oberbürgermeister von Nürnberg. Horst Klaus wurde am 13. Mai 2010 achtzig Jahre alt.
Kapitalismus abschaffen
Ruhig und bestimmt redet er, wie immer, ergraut mit den Jahren nur die Haare, der Blick zurück nur um eine Botschaft für die Zukunft zu finden. Sie fällt hart aus: „Wir müssen den Kapitalismus abschaffen, bevor er uns abschafft", sagt Horst. Er leitet diese Erkenntnis von einer Aussage Ken-nedys ab, der einmal gesagt hatte, daß man die Atomwaffen abschaf-fen müsse, bevor sie uns abschaff-ten. Damit schlägt Klaus den Bogen zu seinem Engagement in der Friedensbewegung, er nimmt elegant Bundespräsident Köhler in die Pflicht, der die Finanzkrise als größte Bedrohung der Menschheit bezeichnete und kommt so an den Slogan der Metalljugend: „Die Krise gehört euch, die Zukunft gehört uns, der Kapitalismus gehört abgeschafft."
Der Jugend die Zukunft
Das ist nicht nur Rhetorik. Es ist eine Lebensgeschichte, ein Enga-gement für eine bessere Welt, für Frieden und Gerechtigkeit, unbe-quem, wenn es sein muß in der eigenen Organisation. Mit Ju-gendarbeit hat Horst Klaus in der IG Metall begonnen und damit auch den Grundstein gelegt für die Jugendarbeit der IG Metall Nürnberg, die immer einen eige-nen Jugendsekretär hatte und hat. Stolz kann Horst darauf sein, diesen Grundstein gelegt zu haben, sagt Jürgen Wechsler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg, und Stolz auch darauf, daß er mit Otto Kraus die Be-triebsräteinfo ins Leben gerufen hat, die es ebenfalls noch heute gibt.
Leben für die IG Metall
Entlang der Mainlinie gependelt ist Horst Klaus zwischen Nürnberg und Frankfurt und zurück. Erster Bevollmächtigter in Nürnberg und dann geschäftsführendes Vorstandsmitglied in Frankfurt. Immer an der Stelle, wo die IG Metall ihn gebraucht hat. Daß er da war, angepackt hat, dafür bedankte sich Berthold Huber bei dem Achtzigjährigen.
Wissen und Leidenschaft
Gefürchtet sei Horst gewesen, sagt Huber, der einzige der alle Vorstandvorlagen gelesen hatte und gezielt Fragen stellen konnte. Der aber auch aus der Geschichte erklären konnte was der Auftrag, die Aufgabe des Tages für eine mächtige Gewerkschaft wie die IG Metall ist. Das kennen wir auch aktuell von ihm. Nicht Mahnung, sondern Wegweisung ist Geschichte und besonders die Geschichte der Arbeiterbewegung. Deren Kraft kam immer aus dem Zusammenhalt, der Mitgliedschaft. Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, erinnerte an die Werbeaktion mit der roten Sicherheitsnadel, die Horst Klaus zusammen mit der IG Druck und Papier entwickelt hatte. Neugebauer weist auf die ruhige und überlegte Art hin, mit der Horst Klaus Konflikte solida-risch mit den Betroffenen lösen konnte. Mut machen statt Vorwürfe war die Botschaft des da-maligen Vorstandsmitgliedes. Ulli Maly, der Oberbürgermeister von Nürnberg brachte es auf den Punkt: „Das zeigt uns, daß Du in der IG Metall Heimat gefunden hast mit dem Herzen".
Bürgermedaille für Horst Klaus
Das fehle in der heutigen Politik, bedauert Maly und freut sich, daß Horst Klaus die Bürgermedaille der Stadt Nürnberg verliehen bekommt.
Dank an Mitstreiter
Ohne Paul Ruppert, dem ehemaligen Zweiten Bevollmächtigten, sei das Geleistete nicht denkbar gewesen, betont Horst Klaus. Über Ihr Leben und Wirken in der IG Metall haben beide ein Buch geschrieben. Es erscheint in den nächsten Wochen im VSA Verlag.


